AOK Bericht über Rotwein

Wovor soll der Wein schützen?

Lang ist die Liste der Beschwerden, gegen die Rotwein helfen soll und sie wird immer länger. Vor allem die Blutfließ- und Gerinnungs-Eigenschaften werden positiv beeinflusst und somit der Abbau des unguten LDL-Cholesterins gefördert. Das senkt das Herzinfarktrisiko. Rotwein wirkt durchblutungsfördernd und stärkt Herz und Kreislauf. Auch die Thrombosegefahr wird so reduziert. Außerdem soll er vor Krebs und Gefäßerkrankungen schützen. Daneben werden noch jede Menge gesundheitsfördernder "Wohlfühlfaktoren" gelistet: Ein Glas Rotwein wirkt stressabbauend, verdauungsfördernd, karieshemmend und verlangsamt den Abbau des "Glückshormons" Serotonin. Natürlich ist Wein im Alltag keine Medizin, kann aber unter Berücksichtigung aller Risiken Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Das Maß der Dinge macht's: Nur bei moderatem Genuss, das heißt bei einem Glas täglich kann man auf die positive Wirkung hoffen, trinkt man mehr, hebt der Alkohol sie wieder auf. Außerdem sollte der Wein zum Essen getrunken werden.




 

Was ist drin im Wein?

Es sind verschiedenste Inhaltsstoffe, die dem Rotwein quasi medizinische Qualitäten aus der Natur-Apotheke verleihen. Vitamine, Mineralien, Spurenelemente wie Kalium, Magnesium, Eisen, Kupfer und Mangan, das alles steckt im Wein. Aber auch Polyphenole, sekundäre Pflanzenstoffe, die schon den Rebstock vor Krankheiten schützen und bei der Weinherstellung in diesen übergehen ohne ihre medizinische Wirkung zu verlieren, tragen ihren Teil dazu bei. Der Phenolgehalt im Wein variiert je nach Anbaugebiet und Herstellung. Dass er gerade im Rotwein so hoch ist, liegt daran, dass anders als beim Weißwein bei der Herstellung Stiele, Schalen und Kerne mitgekeltert werden, in denen die Phenole vor allem stecken. Eine andere Studie zeigt, dass auch die Art der Lagerung Einfluss auf die Menge hat. So sind in Eichenfässern gelagerte Rotweine noch wirkungsvoller, da sie Tanine enthalten. Eines der Phenole, das Resveratrol scheint eine wahre Wunderwaffe zu sein, da es auch Enzyme der Hirnzellen aktiviert. Vor allem aber haben die Phenole antioxidative Eigenschaften, das heißt, sie wirken der Verklebung von Blutplättchen und Fettablagerungen in den Arterien entgegen, die feinen Kapillare bleiben frei. Der gefährliche LDL-Cholesterin-Wert wird gesenkt, der "gute" HDL-Wert gehoben. Phenole verhindern den Abbau von Vitamin E, das der Körper dringend benötigt, um schädliche freie Radikale abzufangen. So wird der Entstehung von Krebs und Gefäßerkrankungen vorgebeugt. Sie sind also richtige Adern-Putzer, die die Fließfähigkeit des Blutes erhöhen und dazu beitragen, dass mehr Sauerstoff ins Gewebe gelangt. Die Haut wirkt jünger, das Hirn ist agiler. Und durch den Alkohol werden die Polyphenole im Wein konserviert. Außerdem fördert der Alkohol die Aufnahme der Substanzen durch die Darmwand ins Blut und stärkt Herz und Kreislauf. Ein Glas Rotwein kann also wohl bei der Erhaltung der Gesundheit vorbeugend helfen, aber nur bei ausgesprochen moderatem Konsum und in Verbindung mit einer gesundheitsbewussten Lebensweise. Das Besondere am Wein ist die Summe seiner gesundheitsfördernden Stoffe, die durch den Alkohol konserviert und leichter in den Körper aufgenommen werden. Aber dies funktioniert nur in Verbindung mit gesunder Ernährung, ausgewogener Lebensweise und ausreichend Bewegung.




 

"alkoholfreie" Alternativen zur Infarktvorbeugung

Die positiven Wirkungen des Alkohols muss man gegen seine schädigenden als Zellgift abwägen. Keinesfalls kann Wein als ideales Vorbeuge-Medikament betrachtet werden, zumal die Deutsche Gesellschaft für Ernährung grundsätzlich vor täglichem Alkoholkonsum warnt. Als gesundheitlich verträglich gilt lediglich der Verzehr von etwa 10 Gramm Alkohol bei Frauen (etwa einem Glas Wein) und 20 Gramm bei Männern, und das möglichst nicht regelmäßig. So stellt sich die Frage nach alkoholfreien Alternativen. Der Vitamin- und Mineralstoffbedarf kann besser mit frischem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten gedeckt werden. Phenole stecken zwar auch in Traubensaft, Obst und Gemüse, aber weniger als im Rotwein. Auch grüner und schwarzer Tee enthalten Polyphenole. Flavonoide findet man dagegen in Schokolade, wobei der hohe Fettgehalt die vorbeugende Wirkung bei Infarktgefahr wieder in Frage stellt. Und natürlich gilt vor allem die Vermeidung der bekannten Risikofaktoren, gerade bei familiärer Neigung zu koronaren Herzerkrankungen: Rauchen, Diabetes, hoher Blutdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress .